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Wohnungsnot - Wachstumspakt für Memmingen

Der Junge Block kann den Vorstoß der SPD nur begrüßen, die Dobelhalde zur Not auch ohne die nicht in städtischem Besitz befindlichen Grundstücke voranzutreiben. Während in den Landkreisgemeinden des Altlandkreises Memmingen nach Zahlen des statistischen Landesamtes die Bevölkerungszahl auf gut 120% gegenüber 1987 stieg, waren es in Memmingen lediglich 108%. Ähnlich bedenklich stimmen die Zahlen aus dem Wohnungsbau: Im Altlandkreis liegt der Wert bei 133% gegenüber 1990, die Stadt Memmingen kommt lediglich auf 119%. Schaut man über die Grenzen des Altlandkreises hinaus, ist es dasselbe. Neu-Ulm: Bevölkerung 119%, Wohnungsbau 121%, Mindelheim: Bevölkerung 120%, Wohnungsbau 131%. "Ein weiteres Zurückfallen kann sich die Stadt Memmingen auch im Zuge des demografischen Wandels nicht erlauben. Im Gegenteil: Wir sollten mit unserer prosperierende Wirtschaftsregion im Rücken Vollgas Richtung Wachstum geben", so die Forderung von Thomas Mirtsch, Vorsitzender der CRB-Nachwuchsorganistation. Seine Organistation fordert, mit Zuzug entgegenwirken und hierfür ein brauchbares Konzept auszuarbeiten. Manchmal könne man auch von kleineren Nachbarstädten wie Mindelheim lernen. Nur so könne den Unternehmen vor Ort die nötige Arbeiterschaft für die Zukunft gesichert werden.

Memmingen benötigt dringendst einen Wachstumspakt im Stadtrat und Stadtverwaltung, fordert der Junge Block. Wo sie sinnvoll erscheinen (z. B. Dobelhalde, Dickenreishausen Süd und Nord, Amendingen, Steinheim, etc.) sollten neue Baugebiete erschlossen werden. Gleiche Priorität habe den leerstehenden Altbaubestand in der Innenstadt und an Randlagen für modernes Wohnen tauglich zu machen. "Hier geht die Stadt Memmingen mit keinem guten Beispiel voran. Sie könnte selbst Wohnraum schaffen in stadteigenen Immobilien", so Mirtsch. So könne das sich im Besitz einer von der Stadt verwalteten Stiftung befindliche 'Versunkene Rathaus' in der Kempter ähnlich dem gegenüberliegenden privaten 'Knollhaus' saniert werden. Damit könnten die städtischen Kommunalpolitiker den im Wahlkampf häufig gehörten Satz „Altstadt soll wieder Wohnquartier werden!“ in die Tat umsetzen. "Investionen in Immoblienbesitz können über Schulden rentierlich finanziert werden", so Mirtsch. Zur Not müsse die Stadt private Investoren mit ins Boot nehmen, um ihren Immobilienbestand mit den nötigen Investionen optimal zu nutzen. Auch die der Stadt nahe stehende Memminger Wohnungsbaugenossenschaft MEWO müsse umfassend investieren um die hiesige Nachfrage zu decken und das Mietniveau zu stabilisieren. "Es geht leider am Bedarf der Normalverdiener vorbei, wenn nur Wohnungen wie an der Hohen-Wacht mit einem Preis von über 400.000 Euro für eine 4-Zimmer Wohnung entstehen", so Mirtsch. Bezahlbarer Wohnraum vor allem für junge Familien müsse her, damit diese nicht in das Umland abwandern müssten. Qualitatives Wachstum der Bevölkerung sei das Gebot der Stunde. Jene Durchschnittsverdiener, die derzeit im Umand bauen, müßten in der Stadt gehalten werden. Sonst bleibe die Stadt nur auf sozial Schwachen in den Brennpunkten und besser Gestellten in den guten Wohnlagen sitzen. Erste Tendenzen haben schon zu der Fehlsteuerung mit hohen Zuwachsraten im Altlandkreisen und mäßigen Zuwachs im Stadtgebiet gesorgt. Alternativ, wenn auch politisch visionär könne alternativ nur eine Eingemeindung benachbarter Orte angegangen werden, wagt Junger Block-Vorsitzender Mirtsch einen Blick in die Zukunft.

--> Veröffentlichung in der Memminger Zeitung, Samstag, 12. Februar 2011 ( PDF-Dokument, 534 KB)

--> Veröffentlichung im Memminger Kurier, Mittwoch, 16. Februar 2011 (PDF-Dokument, 244 KB)